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Strickreise 2013

Bericht von der Strickreise im Februar / März 2013

Zwei Jahre lang hatten strickbegeisterte Frauen in der Schweiz Kappen/Mützen und Halstücher gestrickt für Menschen in Moldawien. Und es kam manchmal die Frage auf, ob diese Art von Hilfe den Menschen überhaupt hilft! Als dann die Einladung kam, ob man nicht den moldawischen Frauen Stricken beibringen könnte, begannen viele Abklärungen und Gespräche – und die Begeisterung und Freude wuchs!
Am 24.2.13 war es dann soweit: 8 Frauen reisten nach Chisinau, im Gepäck viele Ideen, Wünsche, Unsicherheiten und natürlich viele Stricknadeln. Ca 80kg Wolle waren schon vor Ort und mussten sortiert und verpackt werden.
Das Ziel war, dass jeder Frau, die an einem Strickkurs teilnimmt, ein Set mit Wolle, Nadeln und sonstigem Klein-Zubehör geschenkt werden kann. Dank vielen Sach- und Geldspenden wurde dies möglich.
Die Nervosität stieg, als wir gegen Ceadir-Lunga fuhren, unserem ersten Einsatzort im dortigen Kinderheim. Dort durften die ältesten Mädchen aus verschiedenen Klassen mit uns 2 Tage verbringen, um das Stricken zu lernen. Aber wir sangen auch mit ihnen, hatten Andachten mit ihnen und genossen die Gemeinschaft. So konnten Beziehungen geknüpft werden und zum Abschied hatten einige Mädels und auch wir Tränen in den Augen. Wie geht ihr Leben weiter, was haben sie für Perspektiven?

Das sind Fragen die uns nachgingen und nicht weniger aktuell waren im Jugendheim Walea-Norokuluj, wo wir die nächsten 3 Tage verbrachten.
Auch dort erlebten wir herzliche Gemeinschaft, Gastfreundschaft und viele tolle Begegnungen mit den jungen Menschen und ihren Betreuerinnen. Die jungen Frauen waren motiviert und wir staunten ob ihrer Kreativität, ihrem Durchhaltewillen, ihrer Offenheit und Geschicktheit beim Handarbeiten. Da wurde noch im Pyjama im Bett gestrickt, oder es gab solche, die ihre Putzarbeiten auf nach 22 Uhr verlegten, damit sie ja keine Zeit mit uns verpassten. Unsere Herzen wurden sehr berührt. Auch mit ihnen haben wir gesungen und ihnen Zeugnisse aus unseren Leben erzählt. Die örtliche Jugendgruppe und ihr Pastor kamen zu Besuch und nutzten auch die Gelegenheit, den jungen Menschen die frohe Botschaft von Jesus zu bringen.

Nach dem sonntäglichen Ruhetag, den wir für den Gottesdienst in Chisinau und Patenkinder-Besuche nutzten, ging es in der 2. Woche nach Bravicea. Am ersten Morgen stand schon eine grosse Traube von Frauen und Kindern auf dem Platz als wir ankamen. Auch an diesem Ort erlebten wir viele bewegende Momente. Wir genossen die Zeit mit den Frauen, Kindern und auch den Menschen, die dort arbeiten. Die Gemeinde lud an unserem letzten Abend alle Mütter und Grossmütter der Patenkinder zu einem speziellen Festgottesdienst ein – der Saal platzte aus allen Nähten. Es gab Lieder, Anspiele der Kinder, Predigt, Geschenke.... es war wunderbar. Zum Abschluss konnten durch die Gideons Bibeln verteilt werden – da gab es eine Frau, die ihre neue Bibel gerade geküsst hat vor lauter Freude.

Was bleibt von diesem Projekt? Wir Frauen hatten den Eindruck, dass wir mehr beschenkt wurden, als wir gegeben haben. Die herzliche Gemeinschaft und Gastfreundschaft haben uns tief berührt. Zu sehen, wie Frauen verändert werden, ihre Augen leuchten, wenn sie ihr Vertrauen auf Jesus setzen können, ist auch an unsern Herzen nicht spurlos vorübergegangen. Wir haben viel gestrickt – und das hat uns natürlich auch gefallen! Wir wünschen uns, dass das Projekt weitergeht: dass Frauen sich zusammentun und weiter gemeinsam stricken, beten und in der Bibel lesen; dass die Mädchen motiviert wurden, schöne Dinge für sich und andere herzustellen; dass alle ermutigt wurden, bei Jesus dranzubleiben und seinen Weg zu suchen.
.... und es könnte sein, dass wir wieder kommen!

Unser herzlicher Dank gehört unsern Männern, die die Kinder betreut hatten in der Zwischenzeit; Familie Plucci in Chisinau die uns wunderbare Gasteltern waren. Aber auch den MitarbeiterInnen von Hoffnungsträger Chisinau, die uns unterstützt, viel Wolle gewickelt und uns immer wieder übersetzt haben.