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Sommer-Einsatz 2016

Eine Generation rühmt bei der nächsten deine Werke, sie alle verkünden deine machtvollen Taten.
Psalm 145:4

Unser Einsatz in Moldawien im Juli 2016 gilt als machtvolle Tat Gottes. Dass eine gemischte Gruppe unterschiedlicher Generationen, Nationen und Sprachen bereit war, sich auf eine solche Reise zu wagen; dass unser Kommen lokale Jugendliche motivierte, auf ihre Sommerferien zu verzichten und eine Kinderevangelisation durchzuführen; dass so viele Kinder eine positive Erfahrung mit der Kirche machen durften und grundlegende Wahrheiten des Evangeliums lernten; dass eine dauerhafte christliche Präsenz in einem Dorf mit wenig Perspektive etabliert wurde; dass unvorstellbar arme Familien laufend praktische Hilfe durch Kinderpatenschaften erhalten – all dies ist ein Beweis von Gottes Wirken.

In Moldawien fehlt weitgehend die mittlere Generation. Sie sind im Ausland, um Geld zu verdienen und die Kinder werden oft von Großeltern erzogen. Ohne finanzielle Unterstützung aus dem Ausland – so erzählte es mir eine treue junge Frau – kann keine Familie überleben.

Über 30 Stunden dauerte unsere Fahrt: 10 Personen aus der Schweiz und eine aus Deutschland in einem vollgeladenen Kleinbus und einem PkW. Ohne große Zwischenfälle kamen wir in Ungheni an, wo wir liebevoll mit einem reichlichen Abendessen bedient wurden. Schon stellten sich die Pläne für das am nächsten Tag beginnende Programm um: Die Kinder kommen schon am Morgen! Fünf junge Frauen aus der Gemeinde waren schon am Programm und Lieder üben, usw.

Als wir in Grozasca ankamen, tummelten schon einige Kinder im halbfertigen Kinderspielplatz. Kommen nur so wenige? Keine Sorge: circa 75 2- bis 15-jährige erschienen, die zum Teil über eine Stunde zu Fuß unterwegs waren. Voller Begeisterung folgten sie den biblischen Geschichten, sangen die ausdrucksvollen Bewegungslieder mit und lernten jeden Tag einen passenden Bibelvers. Jeder bekam etwas zu Essen und zu Trinken und dann gab es Gruppenspiele – unten beim See oder auf dem großzügigen Sportplatz. Trotz Hitze machten alle fröhlich mit.

Parallel dazu arbeiteten einige einheimische Männer fleißig, um die Umgebung vor der großen Einweihung des Gotteshauses fertig zu stellen. Wir vom Team halfen mit. Später ging es sogar darum, die Feldstraße mit Splitter instand zu stellen – eine harte Arbeit für Ungeübte in der Hitze. Das Werk wurde vollbracht und die Feier am Sonntagnachmittag vor einem großen Publikum zu Gottes Ehre würdig durchgeführt.

Wir nahmen uns auch Zeit, um armen Familien Nahrungsmittel zu bringen – ihre Lebensumstände haben uns schockiert – und fürs Holzspalten bei einer älteren Frau, die schon lange für eine Gemeinde im Dorf gebetet hatte.

Die verkürzte zweite Woche in Zazulenii verlief ähnlich, mit wieder über 60 Kindern – biblische Geschichten, Lieder, Spiele und einige Hausbesuche.

Beeindruckend war für mich wieviel die Zion Gemeinde in Ungheni sich für die Gesellschaft engagiert. Eine Woche lang haben Ärzte arme Leute gratis behandelt. In der gleichen Woche lief eine Fußball-Freizeit für Jugendliche und eine Putzaktion im Stadtpark, gefolgt von einem Open-Air-Gottesdienst.

Am Ende unserer Zeit waren alle Mitarbeitende zu einem Pizza-Fest im Garten eingeladen und bald mussten wir von unseren lieb gewonnenen Freunden Abschied nehmen. Wir fuhren für einen Tag nach Chişinau – für die einen eine Chance, die Stadt zu besichtigen, für andere den langersehnten Besuch eines Patenkindes oder eines Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekts.

Und dann die lange Reise zurück in die Schweiz. Wir alle bleiben berührt, geprägt und verändert von dem, was wir erlebt haben – fröhliche Kinder, liebe Mitarbeiterinnen vor Ort und Gottes Wirken in allem. Mögen diese Kinder auch zu einem lebendigen Glauben an ihren himmlischen Vater heranwachsen und Jesus nachfolgen.

Einige von uns werden wohl wieder kommen. Viktor